Wertschätzung – quo vadis?

Wie schön, dass sich unsere Moslems im Land wertgeschätzt fühlen. Das gegenteilige Gefühl haben jedoch viele liechtensteinischen Rentner. Einige unserer «Volksvertreter» im Landtag waren der Meinung, dass es unseren Senioren gut genug gehe, und daher die Initiative der DPL (Staatliche Übernahme der Krankenkassen-Franchise für liecht. Rentner ab 65) ablehnte.

Darf ich die Abgeordneten daran erinnern, dass ca. die Hälfte unserer Rentner altersbedingt keine Pensionskasse hat? Das heisst, viele müssen mit einer AHV-Rente auskommen, die mit Zusatzvergütungen im Höchstfall ca. 2770 Franken beträgt. Am meisten trifft es jene, die es am nötigsten hätten, nämlich Bezüger einer Minimal- oder Mindestrente. Für diese wären 500 Franken eine nicht unwesentliche Erleichterung ihrer finanziellen Aufwendungen.

Bei einer AHV-Erhöhung (die in den nächsten Jahren nicht vorgesehen ist), würde es nur eine prozentuale Erhöhung geben. Das heisst, genau die mit den niedrigsten Renten würden kaum profitieren. Die Generation, die momentan im Landtag unsere Bevölkerung repräsentiert, hat sicher am meisten von den Errungenschaften älterer Generationen profitiert. Können sich diese mit ihren teilweise vom Staat bezahlten Löhnen vorstellen, mit so wenig Geld den Lebensunterhalt zu bestreiten? Und das in einem Hochpreisland wie Liechtenstein?

Das Thema war für 15 Abgeordnete zu wenig wichtig, um sich ernsthaft damit zu befassen. Auch aus der Bevölkerung kamen öffentlich kaum Reaktionen, Leserbriefe etc. Zur Information: Die Initiative ist genau das Gegenteil einer Giesskannenaktion: Sie betrifft nämlich nur 1/3 aller bezugsberechtigten Senioren, d. h. nur im Land wohnhafte.

Ich freue mich, dass unsere Muslime begeistert sagen: «Das ist mein Liechtenstein». Als liechtensteinische Rentnerin muss ich aber sagen: Das ist nicht mehr mein Liechtenstein!

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