5G strahlt Ängste aus

Nach der Westschweiz hat sich auch in der Deutschschweiz eine Front gegen eine 5G-Mobiltechnologie gebildet. In einer
Beantwortung einer kleinen Anfrage des Abgeordneten Günter Vogt sagte Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch: «Inwiefern die Bevölkerung auf den geplanten Einsatz der nächsten Technologie überhaupt sensibilisiert werden muss,
gilt es abzuwarten. Die Vergangenheit zeigt, dass es für die Einführung einer neuen Technologie – beginnend bei der ersten digitalen Funktechnologie GX in den 1990er-Jahren, über die Einführung von UMTS bis heute zur Einführung von LTE –
im Vorfeld keine Notwendigkeit zur Sensibilisierung gegeben hat.» Man will abwarten, was die Schweiz macht.

Ein 5G-Moratorium wird gefordert
Der Startschuss für eine Vergabe der Mobilfunkfrequenzen soll aber bereits Ende Jahr erfolgen. In der Schweiz laufen die
Vorbereitungen der Telekomanbieter für den Aufbau des 5GNetzes. Das Genfer Parlament hat als erstes Kantonsparlament eine Motion für ein 5G-Moratorium eingereicht. Es wird darin auf die möglichen Gefahren für die Gesundheit für den Menschen hingewiesen und eine Umsetzung an die Bedingung geknüpft, dass zuerst unabhängige wissenschaftliche
Studien belegen sollen, dass keine Gefahr für Mensch und Tier besteht. Auch in der Ostschweiz mehren sich die Skeptiker. In St. Gallen, im Thurgau, in den beiden Basel und im Kanton Bern wird von Politikern ein Moratorium gefordert.

Bericht über Risiken folgt im Sommer
Der Abschluss der Versteigerungen in der Schweiz und Österreich ist eine Voraussetzung für eine Frequenzaufteilung, dies
bestätigte die FL-Regierung anlässlich einer kleinen Anfrage von Eugen Nägele. In Liechtenstein wird erwogen, eine Frequenzvergabe an die drei bestehenden Netzanbieter zu erteilen. Die Regierung hat erwähnt, dass es gegenwärtig nicht
absehbar sei, ob und wie viele neuen Antennenstandorte benötigt würden. Liechtenstein hat sich 2009 in einer Volksabstimmung für die Beibehaltung von Grenzwerten analog der Schweiz ausgesprochen. Eine Grenzwertausweitung würde nach einer Gesetzesanpassung rufen.
Bereits diesen Sommer soll in der Schweiz ein Bericht einer noch von Bundesrätin Doris Leuthard eingesetzten Arbeitsgruppe publik werden, der sich mit den Bedürfnissen und Risiken von 5G-Netzen beschäftigt. Nicht nur in der Schweiz regt sich Widerstand. Vielleicht sollten wir auch eigenständige Überlegungen anstellen. Es liegt in der Verantwortung einer Regierung, Strahlungsstandards festzulegen, die den Bürger schützen und ihn nicht der Profite Willen als Versuchskaninchen (miss)brauchen.

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