Bildungsstrategie neu denken
Im März-Landtag wurde in der aktuellen Stunde über die «Weiterentwicklung der Bildungsstrategie – welche Schwerpunkte setzen wir für die Zukunft?» diskutiert. Dieser erste Austausch in Sachen Bildung ist aus meiner Sicht wichtig und auch richtig. Hoffen wir nur, dass es nicht die letzte Bildungsdiskussion in dieser Legislatur war.
Text: Marion Kindle-Kühnis
Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt, so auch die Ansprüche der Wirtschaft und die neuen Technologien. Mit diesen raschen Veränderungen Schritt zu halten, ist sehr anspruchsvoll und verlangt viel von den Lehrern, den Schülern, von uns allen.
INDIVIDUALITÄT VOR KONFORMITÄT
Das reine Abrufen und Bearbeiten von Informationen wird mit den neuen Technologien der Vergangenheit angehören. Was wir in Zukunft benötigen, sind innovations- und entdeckungsfreudige Kinder und Jugendliche. Es benötigt daher auch ein Umdenken der Gesellschaft. Die Individualität und nicht die Konformität der Kinder und Jugendlichen muss im Zentrum stehen, man muss sie fördern und auch fordern. Das Augenmerk muss auf den 4 Ks der Pädagogik liegen: kritisches Denken, Kreativität, Kollaboration und Kommunikation.
«BUBENSEIN» FÖRDERN
Etliche Studien aus europäischen Ländern und seit Neuem auch aus :contentReference[oaicite:0]{index=0} belegen, dass die Mädchen mittlerweile besser ausgebildet sind als ihre männlichen Alterskollegen. Dies freut mich als Frau sehr, zeigt aber auch, dass ein rasches Handeln gefordert ist, damit wir unsere Jungs nicht verlieren. Ich glaube, genau dort müssen wir in Zukunft ansetzen und unser Schulsystem dahingehend reformieren, dass beide Geschlechter gleich gefördert werden.
Unser Bildungswesen ist weiblich, und auch die Anforderungen an die Kinder und Jugendlichen im Schulalltag sind stark nach weiblichen Attributen geformt. Es erfordert ruhiges Sitzen, eigenständiges Lernen, sich an Regeln zu halten und schön zu schreiben. All diese Vorgaben fallen in der Tendenz Mädchen oft leichter als Jungen. Aus diesem Grund müssen wir uns aus meiner Sicht dringend den Jungs zuwenden und diese besser abholen.
Was meine ich damit? Wieder vermehrt Aktivitäten durchzuführen, die das «Bubensein» fördern. Ein Beispiel wäre der Ansatz des Draussenlernens. Durch regelmässige Lernerfahrungen in der Lebensumwelt werden Kinder in ihrer Entwicklung ganzheitlich gefördert. Es ist erwiesen, dass Kinder, welche diese Erfahrung machen, eine stärkere Vertrautheit und Verbundenheit entwickeln.
Doch nicht nur die männlichen Klassenkameraden werden dadurch abgeholt. Allen Kindern und Jugendlichen ermöglicht dies, sich ins Offline zu begeben und das schulische Lernen mit allen Sinnen zu unterstützen.
EVALUATION DES LEHRPLANS – QUALITÄT VOR QUANTITÄT
Mit dem neuen Lehrplan LiLe wurde eine gute Basis gelegt, auf der man jetzt aufbauen kann. Aus diesem Grund wäre eine Evaluation notwendig. Dies sollte für alle einen Nutzen bringen, einen, der das System nicht mit Neuerungen überlastet, die nicht praktikabel sind, sondern die positiven Werte hervorhebt.
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