Erweiterung der S-Bahn: Profiteurin ist die ÖBB

Die Bahn durch unser Land ist für die ÖBB als Fernverkehrslinie wichtiger als der Nahverkehr. Das kann man am verlotterten ÖBB-Bahnhof in Nendeln sehen. Er steht auf österreichischem Grund und müsste von der ÖBB zeitgemäss instandgehalten werden. Vermutlich findet man in ganz Vorarlberg keinen so abgewirtschafteten Bahnhof.
Jedoch kann die Erweiterung der S-Bahn durch Liechtenstein für die ÖBB ein lukratives Geschäft werden, da wahrscheinlich nur sie als Auftragnehmerin für den Betrieb in Frage kommt. Fährt jemand anders als die ÖBB, kann die
ÖBB mindestens die Benutzung der Trasse verrechnen. Unabhängig davon, wie die Auslastung sein wird, muss ein
Fixpreis bezahlt werden. Das Risiko trägt Liechtenstein. Die S-Bahn ist zu kurz, um an Attraktivität zu gewinnen. Zusätzliche Fahrten ausserhalb den relevanten Morgen- und Abendstunden werden die Nachfrage kaum verbessern.
Die Zerstückelung zu kurzen Strecken mag ein Grund sein, warum sie nach 20 Jahren Betriebszeit von Grenzgängern
sehr wenig genutzt wird. Ob Bus oder Bahn, die Linien sollten möglichst lang sein, damit wenig umgestiegen werden
muss. Dazu müssten aber die beiden S-Bahn-Linien der Schweiz und Vorarlberg durchgehend sein, beispielsweise
Chur–Bregenz oder Schruns–Chur. Als S-Bahn innerhalb Liechtensteins für Inländer liegt sie am falschen Ort. Für
Junge und Junggebliebene, die gerne in eine Vorarlberger Disco gehen, bringt die S-Bahn auch nichts, da sie in der
Nacht nicht fährt. Dazu sind die Nachtbusse da. Zum Einkaufen nach Vorarlberg? Eher nicht.

Für den Fern- und Güterverkehr ist eine Nordschleife für die ÖBB angedacht. Im Bild ein Ausschnitt aus dem Landesrichtplan.

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