Illusionen und Fakten zur Liechtensteiner Energiezukunft

Die Regierung hat in ihrer Energievision 2050 einen Ausblick vermittelt, wie sie die energiepolitische Reise in den nächsten 30 Jahren sieht. Bis 2050 soll der Energiebedarf gegenüber 2008 um 40% reduziert und zu 100% mit erneuerbaren Energien gedeckt werden. Zudem soll der CO2-Ausstoss bis 2050 auf netto null gesenkt werden. Auch wenn man der Meinung ist, dass ein vom Menschen herbeigeführter Klimawandel mittels einer CO2-Reduktion in der Atmosphäre umkehrbar ist, sollte man sich einmal die Frage stellen, wie illusorisch
das Ganze doch klingt, wenn man sich an den Fakten orientiert. Im Pariser Klimaabkommen haben sich lediglich 30 Länder zu Mengenzielen verpflichten lassen. Gut 160 Länder, darunter die grössten CO2-Verursacher, haben keine Mengenziele bestätigt und halten sich an keinerlei Auflagen. Die meisten Staaten haben Lippenbekenntnisse abgegeben.

Bürgerliche Parteien schwimmen auf Klimahype
Europa ist für knapp 9% des weltweiten CO2-Ausstosses verantwortlich. Die Schweiz hat einen Anteil von 0,1%, Deutschland ca. 2%. Leider schwimmen heute auch bürgerliche Parteien auf dem Klimahype. Schon 1998 prophezeite Nigel Calder: «Alle Parteien der Industriestaaten, ob rechts oder links, werden die CO2-Erderwärmungstheorie übernehmen. Diese ist die einmalige Gelegenheit, die Luft zum Atmen zu besteuern. Weil sie damit angeblich die Welt vor dem Hitzetod bewahren, erhalten die Politiker dafür auch noch Beifall. Keine Partei wird dieser Versuchung widerstehen.» Calder ist ein vielfach ausgezeichneter britischer Wissenschaftsjournalist. Der Handel mit CO2-Zertifikaten ist ein marktwirtschaftliches Instrument. Die Klimaschutzpolitik ist weit davon entfernt, sich marktwirtschaftlichen Gesetzen zu unterwerfen. Hier wird mittels staatlichem Interventionismus und einer Regelwut nicht nur die Energiesicherheit gefährdet. Nein, auch die Energiekosten werden immer mehr ansteigen und damit auch den Wirtschaftsstandort benachteiligen. Radikale Klimaaktivisten fordern, den Kapitalismus zu zerschlagen und primitive Lebensstile aufzunehmen. Man darf aber nicht vergessen, dass der Mensch den Wunsch hat, Technologien zu kreieren, um die Energieeffizienz zu verbessern, die Luft reinzuhalten und eine saubere Umwelt zu garantieren.

Markt ist treibendes Element für Innovationen
Umweltschützer sind sehr oft gefangen in der Idee, der freie Markt könne das nicht garantieren. Falsch gedacht! Die Geschichte der
Menschheit hat immer wieder bewiesen, dass einzig der Markt das treibende Element hinter innovativen Technologien war, die Lösungen hervorbringen. Es gibt unzählige Beispiele, wie verfehlt staatliche Interventionen sind, unsere Umwelt zu schützen.
Das wohl fragwürdigste Beispiel ist die die Formel der EU, in der E-Autos mit null CO2-Emission angesetzt werden. Eine Mogelpackung
sondergleichen. Der Auspuff des E-Autos wird ins Kraftwerk verlagert. Bei der Windenergie ist dies zwar nicht der Fall, aber in Deutschland beispielsweise besteht ein schlechter Energiemix, sodass E-Autos keinen grossen Vorteil gegenüber einem Diesel bieten. Dazu kommt
noch die nicht berücksichtigte Ökobilanz der Batterieherstellung für ein E-Auto. Hans-Werner Sinn, ein renommierter Kritiker des EU-Green-Deals, bringt es auf den Punkt: «Die Massnahmen sind nicht zielführend, da die Welt über Märkte für fossile Brennstoffe, insbesondere Öl
und Gas, miteinander verbunden sind. Wenn Europa weniger Öl und Gas verbrauche, gehe dieses woanders hin. Die Ölscheichs und Gasoligarchen in Russland werden ihr «Gold» nicht in der Erde lassen. Die Preise werden etwas sinken, und damit werden die fossilen Energieträger noch interessanter. Die Kasteiung der EU-Politiker wird also im Nichts verpuffen.» Der Ölverbrauch hat sich bisher nicht von Nachfrageschwankungen beeindrucken lassen. Planwirtschaftliche Massnahmen sind nicht zielführend und gefährden nicht zuletzt den Wirtschaftsstandort, und die Gefahr ist gross, dass schlussendlich diese Massnahmen zu höheren Kosten führen werden als der Klimawandel selbst.

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