Liechtenstein im Herzen Europas

Das ist nicht nur geografisch gemeint. «Arriba! Arriba! Ándale! Ándale!» Der Vergleich mit der kleinen Maus aus Mexiko, die stets als Gewinnerin jeder Episode hervorgeht, ist übertragbar. Speedy Gonzales, das Gegenteil von Dagobert Duck! Geschwindigkeit, Gewitztheit und Tapferkeit können ein Teil der Winner-Mentalität von Liechtenstein sein. Warum ist, oder anders gefragt, wie wird das möglich?

Eine erste Anleihe dazu kann bei S.D. Fürst Hans Adam in «Der Staat im dritten Jahrtausend» entnommen werden. «Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten» (H. Kohl 1995). S.D. beleuchtet in seinem Buch die Kräfte, die die Geschichte der Menschheit geformt haben und es in
Zukunft wahrscheinlich tun werden. S.D. beschreibt Strategien, wie auf der ganzen Welt demokratische Strukturen geschaffen werden können.

Liechtenstein könnte dazu zu einer Stärkung der Demokratie beitragen, indem es selbst diese vollumfänglich ausgestaltet. Die Verfassung Liechtensteins mit den beiden Souveränen Fürst und Landtag bietet dabei Chancen, die sonst kaum ein anderes Land hat. Damit können die Nachteile einer Demokratie gemindert werden. Was eine
Mehrheit bestimmt, muss nicht das Beste sein, und schon gar nicht, wenn eine Minderheit die Macht hat, Meinungen zu bestimmen und so das Volk zu lenken. S.D. beschreibt dies im 10. Kapitel recht gut. Liechtenstein hat die Möglichkeit, sich aus den Zwängen anderer Staaten zu befreien und Musterland für eine Demokratie zu werden. Dazu braucht es mehr die Stimme des «2. Souveräns», auch wenn es einigen «gegen den Strich» geht.

Bildung und Weltanschauung hängen unmittelbar zusammen. Eine Weltanschauung ist die Weise, wie sich ein Mensch die Welt erklärt. Dabei spielen die Erklärungen von Deutungsmustern und Lebenskonzepten in der Bildung die entscheidende Rolle. Religionen machen für sich Wahrheitsansprüche geltend und bestimmen den «Wert»
eines Menschen. Religionen sind einerseits das Fundament einer Gesellschaft, andererseits aber verhindern sie jede Integration, wenn nicht ein umfassendes Verständnis für eine andere Weltanschauung ermöglicht wird. – Die moderne Quantenphysik lehrt uns, dass durch deren Erkenntnisse die Spaltung der Natur- von der Geisteswissenschaft überwunden werden wird. Noch hat sich ein ganzheitliches, holistisches Weltbild nicht vollständig aus dem «Kokon» gelöst: MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) sollen – so die Forderungen der Wirtschaft – einen noch breiteren Raum einnehmen. Auf der Strecke bleiben Ethik, gesellschaftliches Verständnis und Integration. Damit werden «Schienen für die Wirtschaft» gelegt, gleichzeitig aber «Strassen des vernünftigen Miteinanders» zerstört. Wir brauchen beides: Und hier hat gerade Liechtenstein aufgrund der möglichen Flexibilität die Chance, Musterland einer umfassenden Bildung zu werden.

«Bildung» findet ab dem Tag der Geburt statt bis zum letzten Atemzug. Bildung ist mehr als Schule!

Die Kleinheit des Staates Liechtenstein in der derzeitigen Konstitution kann mit der Mentalität eines «Speedy Gonzales» auch gesellschaftliches «Herz» Europas werden. «Gestalten statt Verwalten» muss die Devise lauten. Dank unserer konstitutionellen Monarchie und S.D. des Fürsten einerseits und unserem wirtschaftlichen Leistungsvermögen
andererseits haben wir Möglichkeiten, die kaum ein zweites Land der Erde hat. Demokratie und Bildung sind dabei zwei wesentliche Säulen, die von einem Gemeinwirtschaftssystem unterstützt das «Dritte Jahrtausend» wesentlich tragen sollen. Wenn ein «Mehr vom Gleichen» nicht die Lösung bringt, dann ist es Zeit, sich auf andere Werte zu konzentrieren.

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