Altwerden ist keine Krankheit

Der Wunsch aller Senioren ist sicher ein Leben in Gesundheit, Liebe und Frieden mit ihren Angehörigen und Freunden. Das Alter bringt aber ganz natürliche Alterungsprozesse mit sich. Es treten vermehrt Beschwerden auf, es tut mal da weh, mal dort weh. Man denkt, ein Arzt kann sicher helfen. Tut er es aber auch?

Können Ärzte wirklich alles «heilen»?
Die Ärzte sind keine Götter, sie können ein Alterungsprozess evtl. hinausschieben, aber nicht aufhalten.

Ständige Arztbesuche und Medikamente helfen nur bedingt. Durch die Neben- und Wechselwirkungen der Medikamente entstehen nicht selten neue Krankheiten. Sie führen vermehrt zu Folgeerkrankungen, wie z.B. Demenz, Herz- und Kreislaufbeschwerden, Atembeschwerden, rheumatischen Erkrankungen, Aggressionen, usw. und möglichen Spitalaufenthalten.

Apotheken und Medikamente
Die Einführung von Medikamentenchecklisten ist notwendig. Diese müssen regelmässig überprüft werden. Pharmakologie (Heilmittellehre) ist die Domäne der ApothekerInnen. Auf Wunsch können sie die gesamte Medikation auf Wirkung, Nebenwirkung und Wechselwirkung überprüfen. Falls eine Abklärung nötig ist, nehmen Sie mit dem Arzt Kontakt auf. Eine Übermedikation kann so vermieden werden.

Im März 2017 wird in Balzers die fünfte Apotheke Liechtensteins eröffnet. Hauslieferung der Medikamente ist möglich. Die Rezepte können Ärzte elektronisch an die Apotheken übermitteln, oder die Patienten können ein Rezept verlangen und die Medikamente selbst abholen. Praxisapotheken würden zwar weniger Umsatz erwirtschaften dafür würden sich die Gesundheitskosten senken.

Altenheim und Pflegeheim
Leider gibt es Fälle, wo der Eintritt ins Alters- und Pflegeheim unumgänglich ist. In solchen Fällen müssen die BewohnerInnen die Vorschriften des Heimes befolgen, weil das Haus die Verantwortung trägt. Bleibt noch Raum für Selbstbestimmung der BewohnerInnen?

Die Pflegestufe (0-6 mit Zeitangabe) bestimmen Arzt, Pflegeleiter und HeimleiterIn ohne die Anwesenheit von BewohnerInnen. Haben sie kein Mitspracherecht? Welche Leistungen in den jeweiligen Pflegestufen enthalten sind, bleibt den BewohnerInnen und deren Angehörigen ebenfalls unbekannt. In Zukunft müssen Kopien aller Leistungen im Detail ausgehändigt werden.

Beim Eintritt ins Haus werden Medikamente vom Arzt auf Vorrat verschrieben und im Haus gelagert. Welche und wie viele erfahren die BewohnerInnen nur durch eine Kopie ihrer Arztrechnung. Ist das korrekt?

Den noch «fitten» Bewohnern fällt die Umstellung schwer. Aufmüpfige, die um ihre letzte Würde kämpfen, sind nicht gerne gesehen, weil sie den «Betrieb» stören. Die Heimleitung muss dafür Sorge tragen, dass im Haus Ruhe herrscht. Ein Gespräch ist daher unumgänglich. «Aufmüpfige» müssen sich anpassen. Erster Schritt zur Depression?

Schwerkranke Bewohner (bettlägerig und sediert) wohnen mit noch «Fitten» zusammen. Die Stimmung im Haus ist dementsprechend gedrückt. Ein zweiter Schritt in eine Depression?

Schwerkranke gehören nicht ins Altersheim, sondern auf eine Palliativ-Station, wo sie rund um die Uhr fachmännisch versorgt werden können.

Eigenverantwortung
Mehr Eigenverantwortung ist gefragt, Patienten haben auch Rechte, die sie wahrnehmen können und sollten. Ein Recht auf Selbstbestimmung; ein Recht auf wahrheitsgetreue Auf- und Erklärung der Ärzte betreffend Diagnosen, Behandlungen, Medikamente und Operationen; ein Recht auf alle persönlichen ärztlichen Unterlagen, um ev. Missverständnisse aufzuklären.

Kontrolle und Transparenz
Die Altersversorgung kostet alle Prämien- und Steuerzahler viel Geld. Tagestaxen müssen selbst bezahlt werden. Wenn die Rente und das sonstige Vermögen nicht reichen, müssen Ergänzungsleistungen in Anspruch genommen werden. Pflegekosten werden durch Krankenkassen, Land und Gemeinden getragen, also von Prämien- und Steuerzahler.

Vermehrte Kontrollen aller Leistungserbringer (inkl. Tätigkeiten der LAK) und mehr Transparenz für Versicherte können die Gesundheitskosten senken.

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