Analyse zum Thema Spitalstandort

Unabhängig der Diskussion bzw. der Akzeptanz der Strategie und Neuausrichtung des Landesspitals geht’s jetzt also auch Hauruck mit Visualisierungen des Spitalneubaus am bevorzugten Standort Wille-Areal, obwohl die Standortfrage nie ergiebig evaluiert bzw. öffentlich diskutiert wurde. Dies wurde allein durch die Regierung mit ihren internen Evaluationen im Eiltempo durchgezogen. Schwer zu verstehen ist die Eile, nachdem das Landesspital über Jahre bestens mit etlichen Millionen instandgehalten, modernisiert und nachgerüstet wurde. Die Diskussion mit der Öffentlichkeit wurde gescheut, lediglich an wenigen, wie an einer von der DpL organisierten Veranstaltung in Triesen im November 2018, an der sich Regierungsrat Pedrazzini entschuldigen liess, wurde das Thema kurz angeschnitten. Den Variablen wie  Standortgemeinde, Nutzung von bestehenden Objekten, erstellt durch Private, und Standortbetrachtungen in Vaduz wurde dabei in der
Diskussion Raum gegeben. Dabei wurde der Standort Heiligkreuz von vornherein aus Kosten- bzw. logistischen Gründen verworfen bzw. abgetan. Bedeutend ist, dass einzig die Gemeinde Vaduz von allem Anfang ihr Interesse, natürlich am Standort Vaduz, bekundet
hat und dieses mit zugegebenermassen bescheidener finanzieller Beteiligung unterstrichen hat.

Gefahrensituation direkt am Rhein
Der jetzt favorisierte Standort Wille-Areal ist eine Möglichkeit, die nachvollzogen werden kann, aber nicht die beste. Allein die Erschliessung direkt an der Autobahn kann ja wohl nicht das Killerargument für alle anderen Standorte sein. Architekt Max Ospelt zum Beispiel erinnert in seinem Leserbrief, dass die Kosten des Spitalneubaus sich nicht auf 70, sondern auf 100 Millionen belaufen, zählt man die ca. 30 Millionen
dazu, die das Land aufgewendet hat, um das Wille-Areal zu erwerben. Hans Frommelt kritisiert in seinem Leserbrief auch die Gefahrensituation direkt am Rhein. Mit dem Hochwasser diesen Sommer, dem zu erwartenden 100-jährigen Hochwasserereignis und stresseshalber der Klimasituation in den Alpen sind diese Argumente auch ernstzunehmen. Also weitere Millionen Mehrkosten für vorbeugenden Hochwasserschutz mit Restrisiko der Erreichbarkeit sind nicht ausgeschlossen. Zurückkommend auf den Standort Heiligkreuz, Vaduz, schlage ich folgendes vor: Die Gemeinde Vaduz als Eigentümerin des Grundstückes bebaut und finanziert das Grundstück wirtschaftlich mit einem Hochhaus-Konzept als Landmark, welches als städtisches Zeichen am Hangfuss deutlich wahrgenommen wird und den Hauptort von weither wahrnehmbar macht.

Vorschlag einer ergonomischen Mehrfachnutzung
Was kann in solchem einem Hochhaus untergebracht werden? Zuerst die Nutzungen für das Landesspital auf 3 bis 5
Geschossen, mit darüberliegenden Dienstleistungsflächen auf 3 bis 5 Geschossen und darüber dann preiswerter Wohnraum in 8 bis 10 Wohngeschossen mit je 4 bis 6 Wohnungen pro Geschoss. Solche Mehrfachnutzungen sind ergonomisch und belebend für ein Quartier und äusserst bodensparend. Kein neues Land müsste beansprucht werden. Die Erträge lassen sich erwirtschaften aus Vermietung und Verkauf, und die Gemeinde Vaduz mit ihren Finanzreserven könnte dieses Projekt mühelos stemmen. Partnerschaften wie Baurechtsvereinbarungen am Beispiel der Universität Liechtenstein oder durch Nutzung des Landesspitals als Mieter sind denkbar. Viele öffentliche Bauten wie Spitäler, Schulen und Gefängnisse z.B. in Deutschland werden aufgrund der Finanzknappheit durch Dritte realisiert, und die Stadt bzw. die Gemeinschaft besitzt Rechte als Nutzer und Mieter. Die Architektur-Fakultät der Universität Liechtenstein wäre prädestiniert, entsprechende Studien und Untersuchungen an öffentlichen Diskussionen zu liefern, um Antworten zu geben, welche nachhaltig zum Wohle aller Bürger in Liechtenstein wären. Zeit dazu wäre gegeben. Wie vorab erwähnt, Eile besteht keine, denn das Landesspital ist gut im Schuss und nach Schliessung der Medicnova auch konkurrenzlos im Land.

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