CO2-Ausstoss: Zahlen und Fakten

Gemäss Geschäftsbericht 2016 der LIEmobil betrug der CO2-Ausstoss der LIEmobil-Busse im Durchschnitt ca. 1100g pro gefahrenen Kilometer. Der durchschnittliche CO2-Ausstoss von Autos in der Schweiz im 2016 betrug für Neuwagen ca. 140 g/km, im Gesamtdurchschnitt aller, auch älterer Autos betrug dieser rund 170 g/km; beide Zahlen sind vom Schweizerischen Bundesamt für Statistik. Diese Zahlen werden für die Autos in Liechtenstein in etwa gleich sein.  Sowohl Busse wie auch Autos sind dafür da, Personen auf der Strasse zu befördern. Für einen Vergleich der CO2-Emissionen beider Beförderungsmittel stellt sich also die Frage, wie viel die CO2-Emissionen pro beförderte Person für die gleiche Strecke beträgt. Das gebräuchliche Mass für die Beförderungsleistung sind die Personen-Kilometer, d.h. die Anzahl im Fahrzeug sitzenden Personen für jeden gefahrenen Kilometer. Sitzen zum Beispiel 7 Personen in einem Bus, leistet der Bus für jeden gefahrenen Kilometer 7 Personen-Kilometer. Beim Auto mit nur dem Fahrer beträgt diese Zahl für jeden gefahrenen Kilometer also 1 Personen-Kilometer, entsprechend bei 2 Insassen sind es 2 Personen-Kilometer.

Nimmt man die Beförderungszahlen aus dem LIEmobil Geschäftsbericht 2016 aus der Tabelle auf Seite 20, so lässt sich ableiten, dass im Durchschnitt aller Linien pro gefahrenen Kilometer rund 9 Fahrgäste im Bus sitzen. Mit den durchschnittlichen 1100g CO2-Emissionen pro gefahrenen Kilometer ergibt das also pro Fahrgast und Kilometer anteilsmässig rund 120g CO2-Emission. Im Vergleich dazu beträgt der CO2-Ausstoss beim Auto mit nur dem Fahrer als Insasse 170g pro Kilometer, also rund 40% mehr. Sitzen hingegen 2 Personen im Auto, so beträgt dieser pro Person nur noch 85 g, d.h. 30% weniger als im Durchschnitt beim Fahrgast im Bus.

Das mag für den Leser vielleicht neu sein und erstaunlich, da in den Medien und von Verkehrsverbänden kaum je solche Vergleiche in Zahlen genannt werden, sondern man hört nur einseitig und pauschal von der Umweltbelastung durch den Privatverkehr.

Im obgenannten Vergleich wurde vom Durchschnitt aller Buslinien mit 9 Fahrgästen ausgegangen. Es gibt jedoch auch Linien, mit im Durchschnitt wesentlich weniger Fahrgästen. Die konkreten Zahlen dazu kann man wieder aus der Tabelle auf Seite 20 des Geschäftsberichts ableiten. Macht man denselben Vergleich für jede Linie sogar noch mit Berücksichtigung der Grösse der eingesetzten Fahrzeuge, so zeigen sich Linien, bei denen das Auto mit nur dem Fahrer alleine deutlich weniger CO2-Emissionen verursacht wie der Bus bei heutiger Nutzung, z.B. Linie 24 Vaduz-Sevelen. Bei der Hauptlinie 11 hingegen mit durchschnittlich 13 Fahrgästen ergibt sich etwa derselbe Fahrgast-bezogene CO2-Ausstoss wie beim Auto mit 2 Insassen. Natürlich ist es sowohl ökologischer als auch ökonomischer fürs eigene Portemonnaie den schon fahrenden Bus zu nutzen anstatt das Privatauto. Man darf sich aber nicht der vorgegaukelten Illusion hingeben, als Bus-Fahrgast keine Emissionen zu verursachen.

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