Für mehr Sicherheit in der Stromversorgung

Immer wieder warnen Experten vor einer Stromknappheit im Winter. Eine Studie des Bundesamtes für Energie warnt vor einem 47-Stunden-Ausfall, im Extremfall sogar von einem, der bis zu 500 Stunden dauern könnte. Die Schweiz prüft aufgrund dieser Szenarien nun den Bau von bis zu 2000 dezentralen Gaskraftwerken. Zudem werden auch Stimmen laut, die für die langfristige sichere Stromversorgung den Bau neuer AKWs in der Schweiz fordern. Diesen Weg beschreitet bereits Polen. Und auch Grossbritannien
setzt auf AKWs, um den CO2-Ausstoss bis 2050 auf null zu reduzieren.

Der Eigenversorgungsgrad mit Strom liegt in Liechtenstein übers Jahr gesehen bei ca. 25%. Im Winterhalbjahr liegt dieser noch bedeutend tiefer. Auf den gesamten Energieverbrauch bezogen liegt der Eigenversorgungsgrad bei sehr bescheidenen 13 Prozent.

Extrem grosse Abhängigkeit vom Ausland
Dies zeigt die extrem grosse Abhängigkeit unserer Strom und Energieversorgung vom Ausland. Damit würde uns eine Stromknappheit in der Schweiz und in Europa mit voller Härte treffen. Die Auswirkungen einer länger andauernden Stromknappheit wären für Liechtenstein mit seinen überdurchschnittlich vielen Arbeitsplätzen gross. Zwar wird das Land zur Hauptsache von der Schweiz mit Strom versorgt, allerdings fehlen klare vertragliche Abmachungen. Wie jüngst berichtet wurde, möchte die Regierung deshalb einen
Staatsvertrag mit der Schweiz abschliessen. Allerdings ist nicht klar, was Liechtenstein als Gegenleistung zu bieten hat. Die Schweizer Wasserkraft allein kann die Schweiz über zwei Wochen versorgen.

Alles stark von Strom-Verfügbarkeit abhängig
Liechtenstein sollte sich ebenfalls Gedanken machen, wie eine eventuelle Strommangellage während eines Zeitraums von ein bis zwei Wochen überstanden werden könnte. Mit einem Photovoltaik-Ausbau allein können wir diesem Problem nicht begegnen. Wie viel Strom Solaranlagen liefern, ist stark wetterabhängig. Dies wird gerade im Winter zum Problem. Unsere Gesellschaft und Wirtschaft ist extrem stark von der Verfügbarkeit von elektrischer Energie abhängig.

Strombedarf wird in Zukunft erheblich ansteigen
Diese Abhängigkeit wird sich in den kommenden Jahren noch um einiges weiter erhöhen. Besonders durch den Umbau der Mobilität (Elektroautos) und der Gebäudeheizungen (Wärmepumpen) wird der Strombedarf in der nahen Zukunft erheblich ansteigen. Auch das zu erwartende Wirtschaftswachstum wird einen zusätzlichen Energiebedarf zur Folge haben.

Verschiedene Engpassszenarien möglich
Im Weiteren steigt die Unsicherheit bezüglich Stromimporten aus dem Ausland. Es muss damit gerechnet werden, dass die Nachbarn keinen Strom liefern, wenn sie ihn selbst dringend brauchen; auch mit Lieferverträgen kann nicht jedes Szenario abgesichert werden. Exportstopps haben wir vor ein paar Monaten auch unter europäischen Nachbarstaaten während den Anfängen der Covid-Krise gesehen.

Landtag gerät bezüglich Lösungen selber unter Strom
Aus diesen Gründen soll der Landtag nun die Regierung beauftragen, die Risiken einer Stromknappheit und eines Strom-Blackouts und Möglichkeiten zur Erhöhung der Stromeigenproduktion im Inland aufzuzeigen. Dies, damit das Volk und der Landtag die bestehenden Risiken kennt, sich besser auf eine mögliche Stromknappheit einstellen kann, und damit der Landtag der Regierung Aufträge zur
Erhöhung der Eigenversorgung erteilen kann.

Landtag muss Szenarien zur Energiesicherung zeigen
Selbstverständlich wird eine Erhöhung des Eigenversorgungsgrads und eine höhere Netzsicherheit mit sauberer Energie Kosten zur Folge haben. Deshalb soll die Regierung möglichst alle realistischen Varianten beleuchten und die Kosten mittels grober Schätzungen dem Landtag zur Kenntnis bringen. Dabei soll die Regierung Szenarien zur kurz-, mittel- und langfristigen Sicherung der Energieversorgung aufzeigen.

Potenzial von Windkraft berechnen lassen
Um das Ziel einer besseren Eigenversorgung zu erreichen, soll die Regierung die Eckwerte des ehemaligen Projekts von Motor Columbus (Rheinkraftwerke) aktualisieren und abklären, inwieweit die Rheinkraftwerke die Eigenversorgungssicherheit in Liechtenstein positiv beeinflussen würden. Und auch, wie sich mit diesen Kraftwerken die Versorgungsrisiken minimieren liessen. Zusätzlich sollen die Ausbaumöglichkeiten mit Windkraft neu bewertet und dargelegt werden. Dabei soll die Regierung Klarheit schaffen, wie hoch
das Potenzial von Windkraft ist und wo solche Anlagen zu bauen wären.

Saubere Energiequellen zeitnah erheblich ausbauen
Um unsere Energieversorgung belastbarer abzusichern, werden wir in naher Zukunft tätig werden müssen. Nur so können wir den allseits grösser werdenden Risiken einer Stromknappheit begegnen. Nach meiner Auffassung müssen wir unsere Eigenversorgung mit sauberen Energiequellen im Inland zeitnah erheblich ausbauen. Souveränität und Unabhängigkeit sichern Mit diesen Investitionen sichern wir für die Zukunft das Wohl der Allgemeinheit, unsere Einwohner, den Wirtschaftsstandort Liechtenstein, aber auch die Souveränität und Unabhängigkeit unseres Staates.

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