DLZ Triesen: Gutachten lässt Fragen offen

Die Gemeinde Triesen hat das «Sachverständigengutachten zum Gestaltungsplan Dienstleistungszentrum Sonne in Triesen» auf der Webseite www.triesen.li veröffentlicht. Damit können sich nun die Triesnerinnen und Triesner selbst ein Bild machen, wie und warum der Gemeinderat dieses private Grossprojekt in der Dorfmitte mit zahlreichen Ausnahmebewilligungen befürwortet.

Bedauerlicherweise lässt aber das Gutachten wichtige Fragen offen, die unbedingt beantwortet gehören. So steht z.B auf Seite 19: «Für eine funktionierende Dorfmitte sind jedoch weitere Elemente notwendig, wie z.B. weitere öffentliche Bauten, Restaurationsbetriebe, Aussenflächen mit guter Aufenthaltsqualität etc. Das Dienstleistungszentrum mit dem kleinen Vorbereich kann diese Anforderungen nicht allein erfüllen.»

Was genau heisst: «nicht allein erfüllen»? Wer wird dann die benötigten Aussenflächen mit guter Aufenthaltsqualität zur Verfügung stellen und die Restaurationsbetriebe beherbergen müssen? Auf der Seite 20 steht die Antwort: Mit dem DLZ sei die bauliche Entwicklung des Dorfzentrums nicht abgeschlossen, auf den restlichen Parzellen sei noch ausreichend Potenzial vorhanden. Das bedeutet höchstwahrscheinlich, dass die benachbarten Parzellen die Mängel dieses grossen Bauwerks (DLZ) ausgleichen werden müssen. Wenn das stimmt werden die benachbarten Parzellenbesitzer keine Gewinner sein, sondern unfreiwillig Flächen zur Verfügung stellen müssen, um die fehlenden Elemente zu einer attraktiven Dorfmitte zu schaffen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass dies auf grosse Begeisterung bei den betroffenen Parzellenbesitzen stösst.

Mit diesem Vorgehen des Gemeinderats wird kaum die hochgelobte attraktive und funktionierende Dorfmitte geschaffen. Dazu bräuchte es schon jetzt den auf Seite 19 ins Feld geführte Masterplan für das gesamte Areal Dorfmitte. Die grosse Mehrheit des Gemeinderats – ausgenommen zwei Gemeinderäte – hält stur und kurzsichtig am bestehenden Projekt fest, anstatt sich nochmals Gedanken zu machen, wie diese Dorfmitte aussehen soll. Genau dies wäre aber wichtig, wenn man wirklich an einer attraktiven Dorfmitte interessiert wäre. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb man diese Chance, gemeinsam auf ein attraktiveres Triesen hin zu arbeiten, seit Jahren nicht nutzen will. Mit ein wenig Flexibilität und Kompromissfähigkeit könnten wir auch in Triesen ein attraktives Dorfzentrum schaffen und zudem hätten wir schon lang einen Laden im Dorf. Langsam aber sicher sollten sich die Gemeinderäte andere Wege überlegen, wie Triesen endlich zu einem Nahversorger kommt.

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