Jubiläumsfeierlichkeiten und Liechtenstein Marketing

Im September soll der Landtag einen Verpflichtungskredit von CHF 2 Mio. für die Jubiläumsfeierlichkeiten «300 Jahre Fürstentum Liechtenstein» genehmigen. Natürlich soll gebührend gefeiert werden, aber 2 Mio. Franken erscheint mir zu viel. Im Septemberlandtag stelle ich deshalb einen Kürzungsantrag. Von 2 Mio. sind CHF 540 000 an Liechtenstein Marketing für die Organisation vorgesehen.

Organisator Liechtenstein Marketing
Mit der Ideenfindung zu den 300-Jahrfeierlichkeiten begann Liechtenstein Marketing bereits im Jahr 2014. Mit Komitee, Umfrage und Kreativworkshops seien Ideen und Anregungen gesammelt und in darauf basierenden Empfehlungen zusammengefasst worden. Erst nachdem die Gemeinderäte bereits abgestimmt hatten, wurde im Bericht und Antrag der Regierung klar, was Liechtenstein Marketing alles vorhat: Jubiläums-Wanderweg mit Hängebrücke, und drei Gefässe mit den Namen «Gestern» (Ausstellung in Museen und Online Version des Historischen Lexikons), «Heute» (sichtbare Realität und Festlichkeiten) und «Morgen» (Denkgefäss). Trotz jahrelanger Vorplanungen hat Liechtenstein Marketing es versäumt, die Bevölkerung frühzeitig miteinzubeziehen und rechtzeitig zu informieren. Der Steuerzahler wurde durch Gemeinderatsbeschlüsse praktisch vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Reaktionen zur Hängebrücke waren entsprechend heftig, im Gegensatz zur 4.48 Mio. teuren Fussgänger- und Fahrradbrücke in Vaduz, zu dessen Landesbeitrag von 1.1 Mio. ich meine Zustimmung nicht gab.

Wanderweg zu 300 Jahre Liechtenstein
Die Gemeinden haben beschlossen, zum 300-Jahr-Jubiläum bestehende Wanderwege von Ruggell bis Balzers zu einem Jubiläumsweg zu verbinden, dessen Highlight eine Hängebrücke zwischen Ober- und Unterland wäre. Man kann davon ausgehen, dass die Gemeindevorsteher und –räte das Für und Wider des Projekts abgewogen und so zu ihrem befürwortenden Entscheid gekommen sind. Im Gegensatz zu Events, die sich in Schall und Rauch auflösen, sind Wanderwege bleibend und bieten auch künftigen Generationen Naherholung in unserer abwechslungsreichen Natur. Die Meinungen über die Sinnhaftigkeit, diese Wege mit einer Hängebrücke zu verbinden, gehen allerdings weit auseinander.

Die Demokratie lebt
Einmal mehr zeigte sich, dass Demokratie bei uns gelebt wird. Ansonsten wären die beiden Gemeindeabstimmungen durch ergreifen des Referendums in Vaduz und Balzers wohl nicht zustande gekommen. Es bleibt zu hoffen, dass dieses wichtige Element der direkten Demokratie, nämlich als einfacher Bürger in das politische Geschehen eingreifen zu können, uns auch die nächsten 300 Jahre erhalten bleibt.

Kommentare

Dieser Artikel hat noch keine Kommentare.

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.