Marode Gemeindebauten: Wo blieben Infos?

Brisanter als der stotternde Projektwettbewerb Clunia ist, dass nur wenige Monate nach der Clunia-Abstimmung publik wird (siehe Gemeinderatsprotokoll vom 2.10.2019), dass die Bauten Gemeindeverwaltung und Gemeindesaal sich allem Anschein nach in einem jämmerlichen Zustand befinden und dringend saniert oder erneuert werden müssen. In beiden Fällen geht man von Investitionen von mindestens CHF 20Mio. aus.

Viele offene Fragen
Warum muss das Verwaltungsgebäude saniert werden? Ist es tatsächlich in einem so desolaten Zustand, obwohl es in den vergangenen Jahren laufend renoviert wurde (inkl. Einbau eines Personenlifts)? Auch was den Gemeindesaal betrifft, so muss die Vorgehensweise hinterfragt werden. Die Beleuchtung wurde vor einigen Jahren ausgetauscht, der Parkettboden erneuert und die WC-Anlagen saniert.

Vorenthaltener Investitionsbedarf?
Hier stellt sich die Frage, ob dem Wähler vor der Clunia-Abstimmung Informationen über den schlechten Zustand dieser Bauten vorenthalten wurden oder nicht. Wie man hört, ist der schlechte Zustand dieser Bauten den Verantwortlichen schon seit Längerem bekannt und auch, dass die Bauten (vor allem der Gemeindesaal) dringend renoviert oder erneuert werden müssen. Wäre es nicht angebracht gewesen, den Bürger parallel zum Clunia-Projekt über die geplante Erneuerung des Gemeindezentrums Eschen und den für beide Projekte benötigen Finanzbedarf zu informieren? Hätte man die Bürger mit allen Informationen über den anstehenden Finanzbedarf versorgt, dann wäre die Abstimmung möglicherweise anders ausgegangen, resp. wäre das Projekt nochmals im Sinne der anstehenden Investitionen nochmals zu überarbeiten gewesen.

Wurden die Wähler getäuscht?
Bei der Clunia-Abstimmung vor knapp einem Jahr wurde dem Wähler gesagt, dass die Baukosten für die Baute Clunia
von der Gemeinde ohne Problem finanziert werden können und in der mehrjährigen Finanzplanung bereits berücksichtigt seien. Jetzt scheint dies plötzlich nicht mehr zu stimmen. Wenn tatsächlich ein neuer Sachverhalt vorliegen sollte, dann wird man neu über die Bücher gehen müssen. Entscheidet sich die Gemeinde Eschen, an Clunia festzuhalten, dann wird die Gemeindeverwaltung wohl oder übel noch ein paar Jahre mehr, als diese es gerne hätte, in schlecht gedämmten Räumen ausharren müssen. Selbstredend wird man dann nur die nötigsten Ausbesserungen an den bestehenden Bauten vornehmen können. Ob der Stimmbürger einem Neubau eines Gebäudes für die Gemeindeverwaltung unter den oben genannten Umständen zustimmen wird, wird sich noch weisen müssen.

Transparente Information gefordert
Auf jeden Fall müsste dies ein Fall für die neu gewählte GPK-Kommission werden. Diese sollte untersuchen, ob im
Vorfeld der Clunia-Abstimmung relevante Informationen bezüglich Zustand der Bauten Gemeindeverwaltung und Gemeindesaal zurückgehalten wurden oder nicht.

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