Neue Horizonte oder Realitäten?

Im Jahre 2010 wurde die nationale Kontaktstelle für Forschung und technologische Entwicklung personell um 70 Stellenprozente aufgestockt, damit der Rückfluss von Geldern, die das Land in das vormalige EU-Forschungsprogramm eingezahlte, verbessert werden kann. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass das Ausfüllen der Gesuche um Forschungsförderung derart komplex und zeitaufwändig ist, dass die Firmen angeblich auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Also hat man eine Person zu 100 % für diese Aufgabe abgestellt. Nachdem nun die Teilnahme am EU-Forschungsprogramm «Horizon 2020» mit massgeblicher Unterstützung der du-Fraktion durch den Landtag abgelehnt worden ist, erkundigte ich mich danach, ob die Stellenprozente der NKS wieder angepasst wurden.

Der zuständige Minister, Regierungschef-Stellvertreter Zwiefelhofer, führte in der Antwort aus, dass die NKS ja für den gesamten Forschung- und Innovationsbereich Liechtensteins verantwortlich sei und die 30 Stellenprozente sowieso nicht ausreichend seien. Auch könnten die liechtensteinischen Firmen und Forschungseinrichtungen ja trotz des Neins am Forschungsprogramm «Horizon 2020» teilnehmen, seien aber wegen des nun erschwerten Zugangs – man höre und staune – sogar noch stärker auf die Dienstleistungen der NKS angewiesen!

Das vermeintlich Gute an dieser Auskunft ist, dass die Arbeit – zumindest in der Landesverwaltung – nie ausgeht. Das wirklich Gute an der Auskunft ist, dass gemäss Vize-Regierungschef Zwiefelhofer das Gejammer der Industrie nach dem Landtags-Nein zu «Horizon 2020» völlig unbegründet war, da jetzt ja auch von hochoffizieller Stelle bestätigt wurde, dass die liechtensteinschen Firmenliechtensteinischen Firmen trotz des Neins am EU – Forschungsprogramm teilnehmen können (sie müssen die Teilnahme halt selbst berappen anstatt dem Steuerzahler aufbürden zu wollen). Das Ungute an der Auskunft ist, dass wohl wahr ist, dass der Staatsapparat und die Bürokratie wohl nur wachsen, aber nicht schrumpfen können.

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