Undurchsichtiger Koloss LKW

Was gerüchteweise bereits die Runde machte, bestätigte die Regierung in ihrer Antwort auf meine Kleine Anfrage im April-Landtag: Die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) möchten tatsächlich die Liechtensteinische Gasversorgung (LGV) schlucken. Offenbar gibt es – so zumindest die Auffassung der LKW – ein Sparpotenzial. Die Rede ist von CHF 1 Mio., die jährlich eingespart werden könnte.

Interessanterweise wurde das gleiche Anliegen bereits 2011 von der Vorgängerregierung geprüft. Damals hiess es, dass beide Unternehmen effizient geführt würden und vorhandene Synergien nützten. So der damalige Wirtschaftsminister Meyer. Was sich in der Zwischenzeit verändert haben soll, dass diese Feststellung nicht mehr zutrifft, war vorerst nicht in Erfahrung zu bringen.

Fakt jedoch ist, dass die LKW bereits jetzt ein sehr heterogener staatlicher Betrieb ist, dessen Geschäftsberichte im Allgemeinen mehr Fragen aufwerfen als beantworten. So sind die LKW nicht nur Inhaberin des Stromnetzes, sondern auch des Telekommunikationsnetzes (Kupfer-, Glasfaser- und Koaxnetz). Über das Koaxnetz werden sowohl Fernsehprogramme als auch Internetzugang angeboten. Zu welchen Beträgen die verschiedenen Netze bewertet sind oder wie diese rentieren, ist nirgendwo ersichtlich.

Ein weiteres, wichtiges Standbein der LKW ist natürlich die Stromproduktion. In diesem Bereich wird nicht nur im Inland (Samina Pumpspeicherwerk), sondern auch im Ausland tüchtig investiert. In der Steiermark wurde ein Wasserkraftwerk gebaut, das einer eigens gegründeten Tochtergesellschaft gehört. Eine Investition in Wasserkraft ist grundsätzlich sinnvoll, weil es keinen «grüneren» Strom als Strom aus Wasserkraft gibt. Problematisch ist einzig, dass wegen der (vor allem im Ausland) erfolgten Eingriffe in den Strommarkt (übertriebene Subventionierung des Wind- und Sonnenstroms) und wegen der wirtschaftlichen Flaute der Strompreis aktuell im Keller ist. Eine kostendeckende Stromproduktion aus Wasserkraft ist deshalb oftmals gar nicht mehr möglich.

Die LKW haben aber auch noch ein Elektroinstallationsgeschäft und einen Elektrofachhandel, mit denen die LKW private Anbieter konkurrenziert. Über diese beiden Bereiche erfährt man im Geschäftsbericht lediglich, dass diese ihre Budgets nicht ganz erreicht haben. Nicht mehr und nicht weniger.

Die Fraktion der Unabhängigen hat sich deshalb entschlossen, die Regierung um detailliertere Auskunft zu bitten und hat zu diesem Zweck eine Interpellation auf den Weg geschickt. Die LKW-Verantwortlichen werden nun etwas eigene Energie aufbringen müssen, um Licht ins Dunkel zu bringen. Bevor die Gasversorgung in die LKW integriert wird, muss Licht ins LKW-Dunkel gebracht werden.

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