Uni Liechtenstein: Es gibt kein Zurück!

Die Universität Liechtenstein bekommt auch in Zukunft jedes Jahr knapp CHF 15 Mio. aus dem Steuertopf. Dabei sind gerade mal 50 bis 60 Studenten Liechtensteiner (ca. 10% der Studenten). Damit sind wir wieder mal Weltmeister und zwar darin, im Inland eine Uni für 90% ausländische Studenten mit über 90% ausländischem Personal zu betreiben. Künftig wird selbst der Rektor kein Liechtensteiner mehr sein. Dass gut ausgebildete Leute für unsere Wirtschaft von grosser Wichtigkeit sind, steht ausser Diskussion. Dass aber auch in alle Zukunft an der Uni Liechtenstein Architekten ausgebildet werden sollen, für die kein inländischer Bedarf besteht, sehen viele Mitbürger nicht ein.

Wasser predigen und Wein trinken
Was die Uni den Studenten beizubringen versucht –– nämlich dass Unternehmen in der Lage sein müssen, sich auf veränderte Rahmenbedingungen einzustellen –– das ist sie selber nicht fähig zu tun. Nach dem Debakel um die Ermittlung der Zahl der tatsächlich an der Uni eingeschriebenen Studenten, bemühte sich die Uni um Schadensbegrenzung, indem man die Strategie hastig umschrieb. Die hochtrabenden Ziele «Internationale Exzellenz» und «Ausstrahlungskraft» wurden gestrichen. Jetzt soll die regionale Verankerung im Vordergrund stehen. Wie dies allerdings zu erreichen sein soll, ist unklar, denn seit die Hochschule eine Uni ist, reicht eine Berufsmatura nicht mehr für die Zulassung zum Studium. Die Folge: Die Zahl der schweizerischen Studierenden hat deutlich abgenommen. Dabei wären gerade die schweizerischen Studenten lukrativ, denn dafür bezahlt die Schweiz separat gemäss der interkantonalen Hochschulvereinbarung einen Beitrag. Anstelle der schweizerischen Studenten wird nun jeder ausländische Student mit Matura aufgenommen, egal ob das Hauptfach Mathe oder Handarbeiten war. Für diese Studenten kommt jedoch kein zusätzliches Geld in die Kasse. Die überfällige Fokussierung der Ausbildung auf Fachgebiete, die für das Land den höchsten Nutzen bringen, wird nicht angepackt. Dafür möchte die Uni zwei Lehrstühle für Rechtswissenschaften schaffen und der privaten Universität Triesen, die auf kein staatliches Geld angewiesen ist, Konkurrenz machen.

Hang zum Grössenwahn
Das Denkmal, das sich einzelne Personen mit der kurzsichtigen und undurchdachten Überführung der Hochschule in eine Universität versucht haben zu setzen, darf nicht gestürzt werden! So die Meinung des Unirates und der Regierung. Mit der Begründung, dass ein Rütteln am Uni-Status oder bereits das Hinterfragen der eingeschlagenen Strategie zu einem Imageschaden für Uni und Land führe, wird jede Strategiediskussion abgewürgt. Im Dezember-Landtag konnten im Unterschied zum Frühjahr, wo es um die Studentenzahlen ging, keine kritischen Stimmen mehr vernommen werden (ausser meine). Fakt ist, dass den Verantwortlichen der Mut und die Weitsicht fehlen, eine Richtungsänderung einzuschlagen. Und es zeigt sich einmal mehr, dass Dinge, die man einmal schuf, auch wenn sie sich als suboptimal erweisen, nicht mehr wegzubringen sind.

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