Unser Rheindamm

Unsere Vorfahren haben unter grossen Anstrengungen und mit heute unvorstellbar einfachen Mitteln im 19. Jahrhundert den Rheindamm und im 20. Jahrhundert den Kanal gebaut. Noch beim Kanalbau in den 30er und 40er Jahren haben viele bei der schweren Akkordarbeit ihre Gesundheit fast ruiniert. Lange Zeit hätten die Arbeiter in klirrender Kälte die mitgebrachte Mittagsverpflegung essen müssen. Erst als ein «Höherer» vom Land zu «Besuch» gekommen und er selber «fast» erfroren sei, liess das Land eine einfache Baracke mit kleinem Ofen bauen. Das Geld im Land war knapp, der Verdienst karg.

Der Rhein war eine ständige Gefahr. Deshalb wurde weitsichtig, unter widrigsten Umständen ein gigantisches Bauwerk errichtet, welches an Funktionalität, Grösse und Sinnhaftigkeit bis heute unübertroffen ist. Unsere Vorfahren haben den Zerstörungstrieb des Rheines in seiner Urgewalt gezähmt und wertvolles Kulturland geschaffen.

Nun wird über eine Teilzerstörung dieses Bauwerkes diskutiert. Unersetzliches Kulturland soll überschwemmt werden. Unglaublich. Als ob wir ebenes Kulturland zu vergeuden hätten. Aufreissen des Dammes? Dazu ein klares Nein von mir.

Die Regierung sagt, der Rheindamm sei zu schwach und sollte verstärkt werden. Das muss ernst genommen werden. Die letzten Jahre war der Rheinpegel bei uns nie bedrohlich hoch. Wetterkapriolen können wir allerdings nicht steuern. Ein Jahrtausend-Hochwasser kann völlig unerwartet kommen. Würde der Rhein überlaufen, wären die Auen und der Kanal das Ablassventil.

Nachdem unsere Vorfahren den Rhein in eine Bahn lenkten, schufen sie auch die Voraussetzungen für ein Wasserkraftwerk. Noch brauchen wir kein Rheinkraftwerk, aber vielleicht die zukünftige Generation. Zurzeit herrscht ein Überangebot an Strom, der aus Atom und Kohle gewonnen wird.

Unsere Vorfahren haben mit der Rheinverbauung auch eine 20 km lange Naherholungszone für verschiedenste Freizeitaktivitäten geschaffen. Vor allem im Unterland ist die Landschaft zwischen Rhein und Kanal ein Bijou, das seinesgleichen sucht.

Das wertvolle Erbe unserer Vorfahren brauchen wir nur zu pflegen und erhalten, mehr nicht! Wir sind die Nutzniesser. Die Unterhaltskosten für diese «Freizeitanlage» und Kulturlandschaft sind in Anbetracht ihrer Grösse sehr klein. Man vergleiche dies nur mit den Kosten von kleinen Freizeitanlagen der Neuzeit.

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