Wie wird man Polizist?

Manch einer hat sich schon mit dem Gedanken getragen, Polizist zu werden. Anfang 2013 wurden Stellen für Polizeiaspiranten in den Landeszeitungen ausgeschrieben (siehe Interpellationsbeantwortung zum Polizeiwesen). Auf diese Ausschreibung meldeten sich nicht weniger als 34 Bewerber, darunter drei Bereitschaftspolizisten. Wer von den externen Bewerbern geglaubt hatte, eine Chance auf eine dieser Stellen zu haben, sah sich arg getäuscht, denn alle drei Stellen wurden an die Bereitschaftspolizisten vergeben. Hätten die externen Bewerber gewusst, wer bei der letzten Stellenausschreibung von 2011 bevorzugt wurde, dann hätten sich die einen oder anderen die Mühe einer Bewerbung wohl erspart. Im 2011 war nämlich alles genau gleich abgelaufen: Insgesamt 27 Bewerbungen, darunter 7 Bereitschaftspolizisten. Stellenvergabe: Natürlich an die Bereitschaftspolizisten. Nebenbei bemerkt: Zwei der fünf Bereitschaftspolizisten, die sich bereits 2011 beworben hatten, kamen dann 2013 zum Zuge!

Die Aussichten, die Stelle eines Bereitschaftspolizisten zu ergattern, sind deutlich besser. Gemäss Bewerbungsstatistik der letzten fünf Jahre hatte ein Bewerber für die Stelle eines Bereitschaftspolizisten eine 50 %-Chance angenommen zu werden, d.h. jeder zweite Bewerber wurde akzeptiert. Wurde ein Bewerber mal als Bereitschaftspolizist akzeptiert, dann hatte er bei einer nachfolgenden Bewerbung für eine Stelle als Polizeiaspirant Erfolgsaussichten zwischen 57 % und 100 %, ein externer Bewerber hingegen nur zwischen  0 % und 25 %. Die Regierung hat in ihrer Interpellationsbeantwortung (Bericht und Antrag Nr. 57/2013) dennoch behauptet, dass «die Bereitschaftspolizisten hier keinen wesentlichen Vorteil hätten»!

Ja, wer‘s glaubt, wird selig!

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